In den letzten Tagen ist mir viel Gutes widerfahren. Doch hier und da gab es auch Probleme. Die Segnungen habe ich dankbar akzeptiert, damit waren sie erledigt. Die Schwierigkeiten aber brachten meinen Geist in Schwung. Mein denken drehte sich um sie, entwickelte Thesen, Vorwürfe, Spekulationen ...
Der Angriffs- und Fluchtinstinkt aktiviert uns, so sagt man. Aber muss das sein? Muss ich mich den Trieben, den Instinkten öffnen, und aus ihnen heraus agieren? Kann ich mich nicht den höheren Sphären öffnen? Den Segnungen?
Ich kenne viele Eltern, die sich ständig Sorgen um mögliche Gefahren für ihre Kinder machen. Sie investieren viel Zeit und Energie in ihre Ängste, fehlinterpretieren sie als Phänomene der Umwelt. Nur wenige Eltern bauen auf die Möglichkeiten, die Stärken, die Liebe. Dabei sind diese entscheidend für Wachstum und Entwicklung.
Ist das ein Fall von entweder oder? Ist nicht beides möglich? Die Sorge aus Liebe? Nicht, wenn man die Gegenwart als einzige Wahrhaftigkeit erfährt. Nicht, wenn man um die Auswirkungen des eigenen Bewusstseins weiß.
In den letzten Wochen habe ich ein Prinzip verinnerlicht, dass ich immer wieder zur Anwendung bringe, auch im Falle meiner Probleme: Gott übergeben. Meint, dass man in Vertrauen an Gott die Sorgen loslässt, sie ihm überlässt.
Gleichzeitig bin ich bemüht, die Dankbarkeit für Segnungen bewusster wahrzunehmen.
Besteht darin nicht der Unterschied zwischen Hölle und Himmel? Aufgeben, was ängstigt, und annehmen, was stärkt?
Wo liegt der Unterschied zwischen Verdrängung und Glaube? Eine dünne Linie trennt die beiden, eine Unterscheidung ist nur mit Ehrlichkeit sich selbst gegenüber möglich: bessern sich die Umstände, oder werden sie schlimmer? Fühle ich mich wohler, oder bin ich angespannt?
Öffne ich mich der Liebe, in Form von Dankbareit, lösen sich Probleme im Laufe der Zeit, wandeln sich zu Segnungen. Laufe ich aber vor Schwierigkeiten davon, werden sie größer und größer.
Siehe auch: Kein Wenn, kein Aber
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